Tay Ho

Ich wohne im Stadtteil Tay Ho, dem West Lake District. Das Old Quarter, an dem die meisten Touristen interessiert sind, liegt 6 km weiter südlich.

Auf der Karte sieht es vielleicht klein aus, aber der District hat 24 km² und 130.000 Einwohner und man kann sich ganz prima verlaufen.

Das Viertel ist kosmopolitisch, da hier sehr viele Expats wohnen. Das sind Menschen, die von einem international tätigen Unternehmen an eine ausländische Zweigstelle entsandt werden. Auch wenn es hier internationale Restaurants und Geschäfte gibt, ist das Viertel nicht mit einer europäischen Großstadt vergleichbar. Ich weiß noch garnicht richtig, mit was es vergleichbar wäre. So habe ich bislang z.B. nur selten einen Bürgersteig gefunden. Besonders fehlt er da, wo viel Verkehr ist. Mit anderen Worten, der Fußgänger ist hier das schwächste Glied, ich sehe auch selten Vietnamesen die Straße entlang laufen. Ich mache das aber, da ich keinen kleinen Laden habe, in dem ich mich den ganzen Tag aufhalte. Ich laufe irgendwie am Straßenrand und werde umspült von Mopeds und Autos. Mopeds sind eindeutig das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Ich werde demnächst Fahrrad fahren und schauen, wie sich das anfühlt.

Neben Autostraßen gibt es am laufenden Band Gassen und Verbindungswege, die etwas ruhiger sind. Da beginnt dann der Orientierungssinn zu versagen. Gestern bin ich in einer Sackgasse gelandet, die von einem Mann bewacht wurde. Dienstleistung wird hier groß geschrieben. Hin und wieder geht eine Gasse nach einer Hauseinfahrt weiter. Originell.

Toreinfahrt, die zur Gasse wird, habe ich nur zufällig entdeckt..

Der West Lake ist der größte See von Hanoi mit einem Umfang von 18,6 km. Also ein wirklich großer See für eine Großstadt. An meinem Ankunftstag bin ich gleich mit Rainer und Felix auf dem Moped am See entlang gefahren, das war meine Hanoi-Feuertaufe. 3 Menschen auf einem Moped sind nicht ungewöhnlich, es werden auch gerne Babys oder Tiere so transportiert. Einige Mopedfahrer tragen immerhin einen Helm, viele verpacken sich mit Mundschutz, Brille und langen Handschuhen. Nicht etwa gegen schlechte Luft, sondern um nicht braun zu werden. Das ist nämlich nicht schick. Nach meinem heutigen Ausflug denke ich, doch, die tragen den Mundschutz auch aus Staubgründen. Die Straßenränder sind oft nicht besonders befestigt.

Ein kleines Stück vom See. So ist das Wetter hier ganz oft, grauer Himmel, warm und neblig.

Das sind die ersten Eindrücke nach 2 Tagen, mal sehen, wie sich das noch verfeinert oder korrigiert.