Da in Hanoi viele Ausländer arbeiten und leben, gibt es auch entsprechend viele internationale Kindergärten und Schulen. Felix ist 7 Jahre alt und geht bei UNIS (United Nations International School of Hanoi) in die 1. Klasse. Kann- und Muss-Kinder gibt es hier nicht. Es gibt ein festgelegtes Datum und alle, die davor geboren sind, können sich anmelden. Von der UN gibt es nur 2 UNIS-Schulen weltweit, eine in New York und eine hier.
Es gibt 1123 Schüler mit 66 Nationalitäten, die 44 verschiedene Sprachen sprechen (Stand Mai 2018). Es gibt Lehrer aus 27 verschiedenen Ländern, wobei 88% aus Großbritannien, den USA, Australien, Neuseeland, Irland und Kanada kommen. Die Klassengröße bei UNIS Hanoi liegt je nach Klassenstufe zwischen 16 und 22 Schülern.
Die Schule kostet zwischen 24.000 und 30.000 $ pro Jahr (gestaffelt nach Klasse 1-12), dazu kommt eine Anmeldegebühr von 1000 $, 1100 $/Jahr für den Schulbus und zusätzliche Kosten für Unterricht in Sprachen. Optional sind u.a. Gebühren für Exkursionen, T-Shirts, Mittagessen und Sportveranstaltungen. Bei Expats wird das i.A. von der Firma übernommen. Auch sehr reiche Vietnamesen schicken ihre Kinder auf diese Schule, wobei der Anteil pro Klasse nicht mehr als 2 Kinder betragen soll, um den internationalen Charakter zu wahren.

An jeder Ecke ist so ein Schrank 
Diese Schule ist eine besondere, sehr behütete Welt, die mit dem Hanoi ausserhalb wenig zu tun hat. In den Schulbus von Felix passen vielleicht 10 Kinder, aber es fährt eine Securitydame mit, die darauf achtet, dass alle angeschnallt sind (was hier in den Autos optional ist). Ich bringe Felix zum Bus, der direkt vor unserer Tür hält und er wird auch an mich bei Rückkehr wieder übergeben. Um Felix in der Schule abholen zu können, brauchte ich eine Identity Card und musste meinen Reisepass vorlegen. Als ich vor 3 Tagen das Gelände das erste Mal alleine betreten habe, um Felix für den Zahnarzt abzuholen, wollte ich ganz normal über den vorhandenen Zebrastreifen zum Klassenraum gehen. Ich wurde aber angehalten und von einem der vielen Securitymenschen drübergeleitet. So einen gebrechlichen Eindruck mache ich nun wirklich nicht :-). Das ist echt absurd. Die Schule selber hat alles, was das Herz begehrt, ganz besonders phantastische Sportstätten, aber davon ein ander Mal.



Schulbus

