Das Land der 2 Kalender

Gestern habe ich meinen ersten organisierten Ausflug in das nähere Umland gemacht. Zum Treffpunkt bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Ich bin nicht zum ersten Mal Fahrrad gefahren, aber ich muss sagen, das ist hier so garnicht mein Ding. Auf den Seitenstraßen geht es ja noch, aber auf den Hauptstraßen finde ich es schrecklich. Mopeds, die mich fast streifen und die fast von Autos gestreift werden. Aber manchmal ist es einfach praktisch und die meisten haben sich wohl nach ein paar Wochen dran gewöhnt. Wir werden sehen.

Zuerst ging die Fahrt zu Tempeln und Pagoden. Der Saint Giong-Tempel, auch Soc Son Temple genannt, befindet sich im Stadtteil Soc Son, 40 km vom Stadtzentrum entfernt. Mir war allerdings nicht bewusst, dass wir immer noch in Hanoi sind, da wir durch viele kleine Dörfer kamen. Am Straßenrand wurde frisches Fleisch auf Holztischen verkauft. Es sah aus, als wäre das Tier gerade erst geschlachtet worden.

Gestern war der 15. Februar und somit ein besonderer Tag, weil am 15. immer Vollmond ist. An diesem Tag gehen mehr Vietnamesen zum Beten in eine Pagode. Wer jetzt meint, dass gestern der 19. Februar war, hat natürlich auch recht.

Der doppelte Kalender

Die Vietnamesen rechnen mit 2 Kalendern. Im Geschäftsalltag wird der gregorianische Kalender verwendet. Bei religiösen, traditionellen oder familiären Feierlichkeiten benutzen sie den Mondkalender. Das kann natürlich leicht mal Verwirrung stiften. Da hilft nur Nachfragen.

Im Mondkalender haben die Monate keine Namen, es wird einfach durchgezählt. Jeder Monat hat genau 29,5 Tage, von Neumond zu Neumond, somit ist das Jahr insgesamt etwas zu kurz. Um das auszugleichen wird alle 4 Jahre ein Schaltmonat eingefügt. Das unterscheidet ihn übrigens vom islamischen Mondkalender.

Was habe ich also gelernt: 1. Gestern war der 19. Februar oder der 15. des zweiten Monats. 2. Schenke niemals einem Vietnamesen einen Kalender, damit kann er nichts anfangen, weil er nicht sehen kann, wann das Tet-Fest ist.

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