Einkaufen, Teil 2 – Klamotten

Die Diskrepanz zwischen traditionellen Geschäften und Glaspalästen ist riesig. Aber mich wundert in diesem Land inzwischen nichts mehr. Es ist deutlich, wo die Stadt hinwill. Auf vielen Baustellen und Brachgeländen werden Luxuswohnungen und neue Shoppingmalls angekündigt.

Der Klamottenkauf ist für mich garnicht so einfach. Ich trage Größe 42, das ist in Deutschland eine gängige Größe. Hier aber nicht. Viele Vietnamesinnen sind schmal und klein, also enden bei mir alle Kleider mindestens eine Handbreit oberhalb des Knies und sind zu eng. Nun könnte ich mir hier was nähen lassen, aber auch das ist nicht so ganz unproblematisch, wie mir berichtet wurde. Nicht jede Schneiderin ist wirklich versiert und dann muss man mehrfach zum Ändern gehen und eigentlich weiß ich auch garnicht, was ich haben will. Also überlasse ich diesen Teil dem Zufall und das klappt ja auch hin und wieder. Mit meiner Schuhgröße 36 bin ich hier gut dabei. Aber ich gehöre nicht zu den Frauen, die Schuhe sammeln. Muss ich noch lernen.

Vor einigen Tagen bin ich in einer Großmarkthalle für Klamotten und Stoffe gelandet. Das ist ein Gewusel. Frauen tragen viel zu schwere und viel zu viele Stoffballen auf einmal durch die schmalen Gänge. Händler sitzen auf kleinen Stühlen und schreiben eifrigst Zahlen auf Papier. Dazwischen schlafen Menschen auf den Stoffballen (das fotografiere ich nicht). Andere schneiden Meterware ab. Es war wirklich hochinteressant. Ich musste immer aufpassen, nicht im Weg zu stehen.

Das zweitwichtigste Exportprodukt sind übrigens Textilien und Schuhe, hier auch besonders Sportschuhe.