Kosmetik und Gesundheit

Die Kosmetikindustrie verdient ein Vermögen am Verkauf Haut aufhellender Duschgels, Deos und Cremes. Hier ist blass das absolute Schönheitsideal. Braun wird man auf den Reisfeldern. Es gibt hier einige Frauen, die in Ganzkörperanzügen unterwegs sind. Das Gesicht wird oft ebenfalls verdeckt und die Augen mit Sonnenbrille geschützt. Das sieht aus wie eine bunte Burka auf vietnamesisch. Bei uns legen sich die Leute auf die Sonnenbank. Verrückte Welt. Auch Kliniken für plastische Chirurgie verzeichnen wachsenden Zulauf. Nicht selten lassen sich hier Jung und Alt die Haut bleichen.

Die Apotheken sind für mich chaotisch sortiert, dafür gibt es hier viel mehr rezeptfrei. Anna und Rainer bringen alles aus Deutschland mit. Schmerzmittel und Antibiotika werden ohne Zögern verschrieben. Felix bekam für das Tragen der Zahnspange und wegen seines verstauchten Fingers Schmerzmittel verschrieben , obwohl der Finger garnicht weh tat. Die Familie nimmt die Medikamente aber nicht. Antibiotika werden grundsätzlich verschrieben, sobald jemand hustet, es könnte ja die Lunge angreifen. Da die Feinstaubbelastung hier immer wieder sehr hoch ist, kommt es wohl vielen darauf auch nicht mehr an. Ich habe eine App, die die Luftqualität in Hanoi anzeigt. Da wird einem Angst und Bange und der Dieselskandal verliert völlig an Relevanz. Bis 50 µg/m³ ist alles im grünen Bereich und in Frankfurt sind es heute 17. In Hanoi sind es 120 µg/m³, es gibt aber immer wieder Tage, da geht es bis 250 µg/m³ hoch. Da sollte man nicht mehr atmen – oder wie sagt die App: Ungesund. Empfindliche Personen sollten draußen eine Maske tragen, die Fenster dürfen nicht geöffnet werden und Sport ist nicht empfehlenswert. Vielleicht sollte ich mir auch eine Atemmaske zulegen.

Apropos Gesundheit. Rauchen ist hier günstig, Bier auch (Wein ist teuer) und für den Besitz von Drogen wandert man in den Knast. Ich sehe manchmal Männer aus riesigen Röhren rauchen. Sie rauchen eine Mischung, die ein mehrfaches an Nikotin gegenüber einer normalen Zigarette hat und versetzen sich in einen eigenwilligen Zustand. Gesund ist das nicht.

Krank will man hier nicht unbedingt werden, jedenfalls nicht so schlimm. Die normalen Krankenhäuser machen keinen heimeligen Eindruck, obwohl die Gesundheitsversorgung grundsätzlich gut sein soll. Die Expats gehen in spezielle Kliniken oder werden im Notfall sehr schnell ausgeflogen.

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