Was für San Francisco Alcatraz, ist für Hanoi Hoa Lo, mit zwei großen Unterschieden: gebaut wurde es nicht von Inländern, sondern 1896 von den Franzosen und es war in erster Linie für politische Revolutionäre und nicht für Schwerverbrecher gedacht. Was beide gemeinsam hatten, war eine relative Ausbruchssicherheit und den Ruf, zu den grausamsten Gefängnissen des Landes zu gehören (die Einwohner Hanois nannten es Hölle auf Erden). Heute steht von diesem Gefängnis nur noch ein Drittel, aber das genügt, um einen Eindruck der Bedingungen zu vermitteln, die damals herrschten. Die Franzosen nannten es übrigens Maison central.
Auf allen Tafeln, die im Gefängnis hängen, kommen die Franzosen mit ihren Behandlungsmethoden nicht gut weg. Es gab anfangs nicht mal eine Toilette für die bis zu 20 Gefangenen, die in einer Zelle saßen, sondern nur ein Loch im Boden. Die Todesstrafe wurde mit der Guillotine vollzogen. Gebaut wurde das Gefängnis für 500 Gefangene, 1954 hatte es aber 2000 Insassen.
Auf der Indochinakonferenz in Genf wurde Mitte 1954 die Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrades in die (nördliche) Demokratische Republik Vietnam (Hauptstadt Hanoi) und die (südliche) Republik Vietnam (Hauptstadt Saigon) beschlossen. Nach eigenen Aussagen kamen danach nur noch Menschen in das Gefängnis, die gegen die Gesetze verstoßen hatten. Allerdings gab es immer wieder rigorose Säuberungswellen, in deren Verlauf Menschen getötet oder inhaftiert wurden.
Eine letzte Verwendung fand Hoa Lo während des Vietnamkrieges von 1964 bis 1973 als Gefängnis für amerikanische Soldaten. Sie nannten es ironisch Hotel Hanoi. Glaubt man den Filmen und Hinweistafeln, hätten es die amerikanischen Fliegerpiloten gar nicht besser treffen können als über Hanoi abgeschossen und hier inhaftiert zu werden. Der Teil der alten, französischen Geschichte strotzt vor Elend und Leid, während im neueren Teil Fotos von fröhlichen, basketballspielenden GIs mit blütenweißen Socken ausgestellt sind. Ich habe in diesem Teil kaum Fotos aufgenommen.

Rettung von John Mc Cain, der übrigens in den Westlake abgestürzt ist. 
Ärztliche Versorgung 
Zitat aus dem Informationsheft: Im Gefängnis fanden die Piloten exzellente Bedingungen für Unterhaltung, Sport und Kultur vor. Sie konnten Schach spielen, Musik und Radio hören, Filme anschauen. Es wurden Partys organisiert, speziell zu Weihnachten und Silvester. Sie durften sich wie Touristen kleiden und in die katholische Kirche gehen. War jemand protestantisch, wurden eigene Messen organisiert. Außerdem gab es regelmäßige Gesundheitschecks.





