Rund um den Westlake

Der West Lake ist der größte See von Hanoi mit einem Umfang von 18,6 km. Interessant sind die offiziellen Seiten über den Westlake, schaut Euch da mal die tollen Fotos an, bevor ihr hier weiterlest.

http://www.vietnam-guide.com/hanoi/west-lake.htm

Ich wohne in Tay Ho und quasi um die Ecke liegt der See. Eigentlich lebe ich gerne an einem See, aber hier ist es oft so diesig, dass der See seinen Charme verliert. Eine Uferpromenade gibt es, aber auf der kann man an vielen Stellen nicht gut laufen, weil alle paar Meter ein Baum eingepflanzt wurde.

Der Stadtteil Truc Bach liegt am südöstlichen Ende des Sees. Hier ist es am schönsten. In der Nähe sind auch 2 der großen Luxushotels von Hanoi, das Sheraton und das Interconti. Früher waren hier mal ganz viele Restaurants auf Schiffen. Vor ein paar Jahren gab es eine Umweltkatastrophe und ein großes Fischsterben. Um die Touristen zu beruhigen, wurden die Schiffsrestaurants als Schuldige identifiziert und auf die andere Seite des Sees verlegt. Dort liegen die Wracks noch heute und rosten vor sich hin.

Ob damit das Problem gelöst wurde, möchte ich bezweifeln. Ich sehe am Ufer überall Angler, aber ich würde keinen Fisch aus diesem See essen. Ich sehe nämlich auch Rohre, die in den See führen.

Am See gibt es außerdem einen ziemlich heruntergekommenen Freizeitpark, einen Spielplatz und immer wieder Menschen, die Sport machen. Ich sehe zwar nie Menschen zum Vergnügen laufen (wen wundert’s), aber Tai Chi ist an den Seen sehr beliebt.

Das Schönste aber ist eine riesige Blumengärtnerei an der Nordseite des Sees. Eine wahre Augenweide und einfach wunderschön anzuschauen.

Das französische Viertel

Die Franzosen haben in ihrer Besatzungszeit der Stadt ihren Stempel aufgedrückt und der ist heute noch gut sichtbar. Sie kamen 1883 nach Hanoi, das damal 150.000 Einwohner hatte (heute 7 Mio.), und verpassten der Stadt ein europäisches Flair. Stadtteile wurden zerstört, Seen und Kanäle aufgeschüttet oder verkleinert. Man brauchte Platz für breite, baumgesäumte Alleen und die Oper, Kirchen, öffentliche Bauten und Luxusvillen. Hanoi sollte das Paris Asiens werden. Das endete 1940 mit der Eroberung durch Japan, auch wenn die Verwaltung des Landes bis Anfang 1945 in der Hand der Franzosen blieb. 1945 folgt die Ausrufung der Demokratischen Republik Vietnam (DRV) durch die Provisorische Regierung unter Präsident Ho Chi Minh in Hanoi. Die Franzosen blieben aber und es begann der Indochinakrieg. Soweit die Geschichte bis dahin.

Auch die Sprache hat französiche Anteile behalten, so heißt z.B. Bahnhof ga xe (von franz. gare) oder Käse pho mát (von franz. fromage). Ausgesprochen wird es ganz anders als geschrieben, das ist ja hier mein Problem. Man kann auch heute noch an jeder Ecke Baguette kaufen. Da ist allerdings mehr Luft drin als Teig.

Ich habe meinen Spaziergang gestern bei der Oper gestartet und bin dann die Rue Paul Bert entlanggelaufen. So hieß die Flaniermeile bei den Franzosen, heute ist es die Trang Tien. Die Oper wurde von 1901-1911 gebaut und ist dem Pariser Opernhaus nachempfunden. Ich werde demnächst dort ein Konzert besuchen.

Auf dem gesamten Weg ist ein Prachtbau nach dem anderen. Oft beherbergen sie heute Ministerien, Botschaften oder Museen. Es läuft sich sehr entspannt, es gibt breite Bürgersteige, die (meist) nicht von Mopeds zugeparkt sind, auch mal schön. Die Geschäfte sind entsprechend größer und moderner, natürlich ist auch alles teurer. Das Viertel ist übrigens direkt um die Ecke vom Old Quarter und die Strecke führt auch am Hoan Kiem See entlang.

Zu dieser Epoche gehört auch die St. Josephs Kathedrale, auch wenn sie nicht an dieser Straße liegt. Auch hier wurde die Pariser Kathedrale Notre Dame als Vorbild genommen. Sie wurde 1886 eingeweiht und ihr musste eines der bedeutendsten buddhistischen Heiligtümer der Stadt weichen. Die Kathedrale wirkt sehr düster und man kann sie nicht besichtigen.

Kosmetik und Gesundheit

Die Kosmetikindustrie verdient ein Vermögen am Verkauf Haut aufhellender Duschgels, Deos und Cremes. Hier ist blass das absolute Schönheitsideal. Braun wird man auf den Reisfeldern. Es gibt hier einige Frauen, die in Ganzkörperanzügen unterwegs sind. Das Gesicht wird oft ebenfalls verdeckt und die Augen mit Sonnenbrille geschützt. Das sieht aus wie eine bunte Burka auf vietnamesisch. Bei uns legen sich die Leute auf die Sonnenbank. Verrückte Welt. Auch Kliniken für plastische Chirurgie verzeichnen wachsenden Zulauf. Nicht selten lassen sich hier Jung und Alt die Haut bleichen.

Die Apotheken sind für mich chaotisch sortiert, dafür gibt es hier viel mehr rezeptfrei. Anna und Rainer bringen alles aus Deutschland mit. Schmerzmittel und Antibiotika werden ohne Zögern verschrieben. Felix bekam für das Tragen der Zahnspange und wegen seines verstauchten Fingers Schmerzmittel verschrieben , obwohl der Finger garnicht weh tat. Die Familie nimmt die Medikamente aber nicht. Antibiotika werden grundsätzlich verschrieben, sobald jemand hustet, es könnte ja die Lunge angreifen. Da die Feinstaubbelastung hier immer wieder sehr hoch ist, kommt es wohl vielen darauf auch nicht mehr an. Ich habe eine App, die die Luftqualität in Hanoi anzeigt. Da wird einem Angst und Bange und der Dieselskandal verliert völlig an Relevanz. Bis 50 µg/m³ ist alles im grünen Bereich und in Frankfurt sind es heute 17. In Hanoi sind es 120 µg/m³, es gibt aber immer wieder Tage, da geht es bis 250 µg/m³ hoch. Da sollte man nicht mehr atmen – oder wie sagt die App: Ungesund. Empfindliche Personen sollten draußen eine Maske tragen, die Fenster dürfen nicht geöffnet werden und Sport ist nicht empfehlenswert. Vielleicht sollte ich mir auch eine Atemmaske zulegen.

Apropos Gesundheit. Rauchen ist hier günstig, Bier auch (Wein ist teuer) und für den Besitz von Drogen wandert man in den Knast. Ich sehe manchmal Männer aus riesigen Röhren rauchen. Sie rauchen eine Mischung, die ein mehrfaches an Nikotin gegenüber einer normalen Zigarette hat und versetzen sich in einen eigenwilligen Zustand. Gesund ist das nicht.

Krank will man hier nicht unbedingt werden, jedenfalls nicht so schlimm. Die normalen Krankenhäuser machen keinen heimeligen Eindruck, obwohl die Gesundheitsversorgung grundsätzlich gut sein soll. Die Expats gehen in spezielle Kliniken oder werden im Notfall sehr schnell ausgeflogen.

Einkaufen, Teil 2 – Klamotten

Die Diskrepanz zwischen traditionellen Geschäften und Glaspalästen ist riesig. Aber mich wundert in diesem Land inzwischen nichts mehr. Es ist deutlich, wo die Stadt hinwill. Auf vielen Baustellen und Brachgeländen werden Luxuswohnungen und neue Shoppingmalls angekündigt.

Der Klamottenkauf ist für mich garnicht so einfach. Ich trage Größe 42, das ist in Deutschland eine gängige Größe. Hier aber nicht. Viele Vietnamesinnen sind schmal und klein, also enden bei mir alle Kleider mindestens eine Handbreit oberhalb des Knies und sind zu eng. Nun könnte ich mir hier was nähen lassen, aber auch das ist nicht so ganz unproblematisch, wie mir berichtet wurde. Nicht jede Schneiderin ist wirklich versiert und dann muss man mehrfach zum Ändern gehen und eigentlich weiß ich auch garnicht, was ich haben will. Also überlasse ich diesen Teil dem Zufall und das klappt ja auch hin und wieder. Mit meiner Schuhgröße 36 bin ich hier gut dabei. Aber ich gehöre nicht zu den Frauen, die Schuhe sammeln. Muss ich noch lernen.

Vor einigen Tagen bin ich in einer Großmarkthalle für Klamotten und Stoffe gelandet. Das ist ein Gewusel. Frauen tragen viel zu schwere und viel zu viele Stoffballen auf einmal durch die schmalen Gänge. Händler sitzen auf kleinen Stühlen und schreiben eifrigst Zahlen auf Papier. Dazwischen schlafen Menschen auf den Stoffballen (das fotografiere ich nicht). Andere schneiden Meterware ab. Es war wirklich hochinteressant. Ich musste immer aufpassen, nicht im Weg zu stehen.

Das zweitwichtigste Exportprodukt sind übrigens Textilien und Schuhe, hier auch besonders Sportschuhe.

Felix

Felix ist mit seinen 7 Jahren groß für sein Alter und ich muss auch manchmal aufpassen, dass ich nicht vergesse, wie alt er wirklich ist. Er geht in die 1. Klasse der UNIS Schule, die ich bereits in einem anderen Blog beschrieben habe. Felix ist ein intelligentes Kind, dass locker Bücher in englisch oder deutsch fast fließend liest. Eigentlich liest er gerne, aber sein Bewegungsdrang kommt ihm immer wieder dazwischen. Der ist nicht zu bremsen. Am allerliebsten spielt er Fussball und zwar den ganzen Tag. Wenn kein Ball da ist, tut es auch ein Luftballon oder ein Kissen. Er möchte mal Torwart werden und sein großes Idol ist Manuel Neuer. Felix kennt unglaublich viele Fussballernamen aus europäischen Vereinen. Ich werde korrigiert, sobald ich jemanden falsch zuordne. In die Schule geht er nur im Fussballtrikot, alles andere geht garnicht. Natürlich würde er auch sehr gerne am Computer spielen (auch Fussball – FIFA 2019), das ist aber nur am Wochenende begrenzt erlaubt. Felix ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er liebt seine kleine Schwester, Cupcake, Schokolade und Kaugummi. Ich mag Felix richtig gerne.

In der Schule sollte jedes Kind eine berühmte Persönlichkeit des eigenen Herkunftslandes aussuchen, etwas über die Person erzählen und sich dann entsprechend verkleiden. Felix hat sich Conrad Röntgen gewählt – sehr erstaunlich, finde ich. Also musste eine entsprechende Verkleidung her. Gut, dass die vietnamesischen Ärztinnen/Arzthelferinnen eher klein sind, so dass wir in einem Shop für Berufskleidung fündig wurden. Der Inhaber griff einmal in das für mich völlig unübersichtliche Regal und der erste Kittel passte sofort.

Bei soviel Sport und Bewegung bleiben natürlich Blessuren nicht aus, also war ich auch schon mit Felix beim Arzt, weil er sich den Finger verbogen hat. Außerdem muss die Zahnspange alle 4 Wochen nachkontrolliert werden. Das macht Felix alles mit, ohne mit der Wimper zu zucken. Wenn es ganz schlimm ist, gehen Mama oder Papa mit, das hilft auch.

Ein Sonntag am See

Mitten in der Stadt liegt der Hoan-Kiem-See, ein beliebstes Ausflugsziel am Wochenende. Vor mehr als einem Jahr wurde die Straße rund um den See für den Auto- und Mopedverkehr gesperrt, was auch so ziemlich eingehalten wird. Ein ruhiger, idyllischer Spaziergang ist das hier trotzdem nicht. Es erinnert mehr an ein großen Jahrmarkt. Zauberer, Sportler, Bühnen, Musik, Gesang, Kinderautos, Geschrei, Essen und unglaublich viele Menschen. Trotzdem ist es mit Kindern etwas entspannter als auf den verkehrsreichen Straßen.

Frauen

Der Weltfrauentag war gestern, aber im Grunde sollte immer Weltfrauentag sein und Weltmännertag und Weltkindertag und Weltmenschentage. Es ist leider immer und überall noch notwendig, auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen, ob in Vietnam oder in Deutschland. Hier schiessen die Blumenpreise in die Höhe, weil Männer allen Frauen im näheren Umfeld Blumen schenken wollen/müssen. Kochen tun sie aber abends trotzdem nicht.

Vor ein paar Tagen war ich im Frauenmuseum von Hanoi, das wirklich schön gemacht ist. Als ich wieder hinausging, war ich dankbar dafür, in meinem Land und zu meiner Zeit geboren worden zu sein. Keine harte Arbeit auf Reisfeldern, kein Studium, das die Eltern aussuchen, kein Leben in einem Zimmer und in einer Wohnung mit den Schwiegereltern, kein Vietnamkrieg. Einiges ist sicher in den Großstädten anders als auf dem Land, oder bei bestimmten Gruppen besser als bei anderen. Aber auch in Hanoi ist das Familienleben (auch räumlich) enger, lauter und traditioneller als wir es gewöhnt sind.

Etwa 88 % der Bevölkerung sind Vietnamesen, also Việt oder Kinh. Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Über einige davon gibt es Informationen im Frauenmuseum.

Wenn ich in Hanoi Frauen sehe, dann geht es mir wie immer in dieser Stadt. Die Gegensätze sind unglaublich. Es gibt die Frauen mit den typischen spitzen Strohhüten, die überwiegend einfache (vermutlich auch schlecht bezahlte) Arbeit machen. Sie verkaufen Obst/Gemüse/Haushaltswaren, sie arbeiten auf dem Bau, sie fegen die Straßen, arbeiten als Reinigungskräfte oder in Gärten. Sie bauen Reis an, das ist ein Knochenjob. In der Großmarkthalle habe ich gesehen, wie sie unglaublich schwere Lasten geschleppt haben, da würde bei uns das Gesundheitsamt sofort eingreifen.

Dann gibt es die Frauen der Mittel- und Oberschicht, die in den Büros arbeiten, die gebildet und Kolleginnen von Anna sind. Es gibt die reichen Frauen, die es sich leisten können, in den luxuriösen Shopping Malls einzukaufen.

Sehr üblich ist der Drei-Generationen-Haushalt. Die Frau zieht nach der Hochzeit zur Familie des Mannes, sie heiratet also niemals nur den Mann, sondern immer die ganze Familie und das lebenslänglich. Die Generationsunterschiede bergen Konfliktpotenzial, können aber auch eine Bereicherung und Hilfe sein. Erwartet eine Frau ein Kind, so wünscht sie sich einen Jungen, weil sie weiß, dass Jungen es später einfacher haben. Außerdem glauben noch immer viele Männer, dass es ein Zeichen ihrer Männlichkeit ist, Söhne zu zeugen. In kaum einem Land werden so viele Mädchen abgetrieben wie in Vietnam, obwohl eine Abtreibung wegen des Geschlechts verboten ist.

https://www.stern.de/familie/leben/warum-so-viele-maedchen-in-vietnam-abgetrieben-werden-6596566.html

Übrigens sind 80 % aller Lehrer in Vietnam weiblich, weil Vietnamesen glauben, dass 1. Männer nicht geduldig genug mit Kindern sind und 2. Lehrer ein sehr einfacher Job sei. Da könne man sich gut nebenbei noch um die eigenen Kinder kümmern. (Aussage eines Vertreters des Bildungsministeriums).


Einkaufen, Teil 1 – Lebensmittel

Für den Einkauf von Lebensmitteln gibt verschiedene Alternativen. Der Supermarkt um die Ecke ist so winzig, dass man Angst haben muss, ein Regal umzuwerfen, wenn man sich darin bewegt. Er ist kaum größer als eine Garage, hat aber 3 Gänge! Es ist erstaunlich, über welches Angebot er verfügt, natürlich angepasst an die vielen Expats, die hier wohnen. SOMAT Spültabs sind z.B. kein Problem, obwohl My lieber mit der Hand spült. Aber es gibt auch Edamer, Gouda und richtige Butter. Solche kleinen Läden gibt es am laufenden Meter, es ist aber immer eine Überraschung, was sie verkaufen.

Der VINMart erinnert an unseren REWE. Er ist in Hanoi recht häufig anzutreffen. Je nach Größe hat er verschiedene Angebote, auch mal z.B. Handtücher und natürlich auf jeden Fall immer Mundschutz.

Es gibt auch Spezialgeschäfte wie z.B. Bäckereien oder Kaffeeläden. In Hanoi wird auch alles und jedes geliefert, daür ist kein Weg zu weit oder zu kurz. Wir bekommen Brot, Wasserflaschen, Bier, Kaffee und wahrscheinlich noch einiges mehr, was ich nicht so mitbekomme.

Die Straßenverkäufer(innen) sind überall und bieten ein umfassendes Angebot an Waren an. Sie bleiben unglaublich geduldig so lange stehen bzw. sitzen, bis alles verkauft ist.

Für frische Waren gibt es wie bei uns Markthallen, allerdings ist das Angebot doch etwas abweichend. Ich würde nicht alles probieren, was da so angeboten wird.

Verhätschelt, verwahrlost, verspeist

Die Tiere, die mir in Hanoi als erstes aufgefallen sind, waren Hunde und Hühner. Es ist ja hier manchmal wie auf dem Land.

Nachts bellen 2 kleine Kläffer vom Nachbargrundstück direkt in mein Schlafzimmer. Da kommen Mordgedanken auf; gut, dass ich einen gesegneten Schlaf habe. Ich habe auch schon Menschen mit kleinen Hunden auf dem Arm spazieren gehen sehen, modern sind gerade Pudel, Husky und Chihuahua. Die gehören alle in die Kategorie Verhätschelt.

Einige Hunde werden als Wachhunde gehalten und denen geht es nicht so gut. Sie sind in einem Hof (oder Zwinger?) eingesperrt. Diesen Hunden möchte ich ausserhalb ihrer Behausung nicht unbedingt begegnen. Die größte Gruppe sind die Streuner, die harmlos und meistens sogar irgendwie niedlich sind. Ich habe jedenfalls noch keinen agressiven Hund erlebt. Sie laufen hier überall herum und ernähren sich von Essensabfällen im Müll oder vielleicht auch von Ratten.

Gegessen werden Hunde in Nordvietnam auch. Das folgende Foto habe ich in einer Markthalle gemacht. Hundeliebhaber sollten hier vielleicht besser aufhören, weiterzulesen. Es gibt spezielle Hunderestaurants, die auch von Vietnamesen aufgesucht werden, die einen Hund als Haustier halten. Es besteht angeblich keine Gefahr, dass Hundefleisch in der Pho oder auf dem Teller in anderen Restaurants landet. Wie bei allen anderen Tieren verwerten die Vietnamesen komplett alles. Auch das kann man in den Markthallen sehen. Die Tiere sollen aus Züchtungen kommen, es ist aber nicht auszuschließen, dass es auch Hundefänger gibt. So ganz im Reinen sind die Vietnamesen mit dieser Tradition wohl nicht, weil Hundefleisch niemals auf den Ahnenaltar kommen darf.

Zitat aus der WELT: Das Volkskomitee der Stadt Hanoi hat im Zusammenhang mit der Hundefleisch-Debatte mitgeteilt, dass der Ruf Hanois als „zivilisierte und moderne Hauptstadt“ nicht geschädigt werden darf. Der Handel, das Schlachten und der Verzehr von Hundefleisch habe negative Reaktionen von Touristen ausgelöst. Das Schlachten von Hunden und der Handel mit Hundefleisch soll bis zum Jahr 2021 abgeschafft werden. So hat doch der Tourismus auch sein Gutes.

Massage

Meine erste Massage war ein voller Erfolg. Anna hatte mir eine Adresse empfohlen. Da wäre ich alleine nie drauf gekommen, weil die Massagepraxis in einer schmalen Gasse in einem dunklen Hinterhof liegt.

Ich habe seit ein paar Monaten Probleme mit meiner rechten Schulter und in Deutschland schon einiges durchprobiert, von Stoßwellen über Physiotherapie bis Osteopathie. Daher dachte ich, ich könnte ja auch mal eine asiatische Therapie dazunehmen. Ich habe mein Problem geschildert und die Dame am Empfang hat mir Akupressur empfohlen. Meine Masseurin sprach nur ganz wenig englisch, ihr wurde aber alles genau erklärt. Sie legte los und drückte und massierte mit vollem Körpereinsatz. Ich atmete tief durch und dann fragte sie ganz leise: „Do you want harder?“ „Nooooo!!!“ Meiner Schulter wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber der restliche Körper kam auch dran. Mein Rücken wurde geölt und mit heißen (wirklich heißen!) Steinen massiert. Es dauert wunderbare 90 Minuten und kostet umgerechnet 15 Euro. Das war letzte Woche und heute war ich wieder da und hatte dieselbe bezaubernde Masseurin. Sie hatten immer noch meine Daten und haben sich an meine Beschwerden erinnert. 1a Service!

Zum Thema Schonheit möchte ich noch hinzufügen, dass ich hier aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit deutlich weniger Creme brauche. Auch nach dem Duschen ist Eincremen nicht mehr unbedingt nötig, manchmal aber trotzdem schön. Vielleicht sehen deshalb die Vietnamesinnen so jung aus, weil die Haut weniger austrocknet.