Co Loa ist inzwischen ein Stadtteil von Hanoi, liegt aber 20 km von meiner Wohnung entfernt. Es ist mehr Dorf als Städtchen und ich habe mich dort etwas seltsam gefühlt. Einsame Gassen, kaum Autos, wenig Mopeds, viele Felder und alte Frauen mit schwarzen oder wenigen Zähnen, die mich neugierig betrachteten. Die wollte ich aber nicht fotografieren. Vielleicht braucht man manchmal doch einen Fremdenführer. Ich bin also kreuz und quer durch die Gassen des Dorfs gelaufen, wurde von Schulkindern angehalten und fühlte mich etwas orientierungslos. Manchmal saßen Frauen an ihren Verkaufsständen und Männer spielten etwas, das aussah wie Mühle. Der Markt war schon fast abgeräumt, als ich ihn mehr zufällig fand.
Allerdings habe ich einen aussergewöhnlichen Friedhof entdeckt, den ich so noch nie gesehen habe. Ein Soldatenfriedhof war es glaube ich nicht, da die Todeszeitpunkte nicht passten. Erstaunt haben mich auch die zum Teil sehr schmuckvollen, manchmal auch kitschigen Häuser.
Eine Sehenswürdigkeit hat Co Loa allerdings schon, eine sehr schöne und ungewöhnliche Pagode. Die habe ich mir in Ruhe angeschaut. Dann wusste ich aber nicht so recht, was ich da noch soll. Ich fing an, mein Hanoi zu vermissen und war gespannt, ob es hier auch Grabfahrer gibt. Es hat etwas länger gedauert, aber geklappt. Ein interessanter Ausflug. Nordvietnam ist also nicht überall so wuselig und laut.
Kleine Bemerkung am Rande. Die öffentlichen Toiletten, die es in der Nähe von Pagoden aber auch in Markthallen gibt, sind manchmal wirklich öffentlich. Sie sind einfach, aber überwiegend sauber.























