Ein Dorf am Rand der Stadt

Co Loa ist inzwischen ein Stadtteil von Hanoi, liegt aber 20 km von meiner Wohnung entfernt. Es ist mehr Dorf als Städtchen und ich habe mich dort etwas seltsam gefühlt. Einsame Gassen, kaum Autos, wenig Mopeds, viele Felder und alte Frauen mit schwarzen oder wenigen Zähnen, die mich neugierig betrachteten. Die wollte ich aber nicht fotografieren. Vielleicht braucht man manchmal doch einen Fremdenführer. Ich bin also kreuz und quer durch die Gassen des Dorfs gelaufen, wurde von Schulkindern angehalten und fühlte mich etwas orientierungslos. Manchmal saßen Frauen an ihren Verkaufsständen und Männer spielten etwas, das aussah wie Mühle. Der Markt war schon fast abgeräumt, als ich ihn mehr zufällig fand.

Allerdings habe ich einen aussergewöhnlichen Friedhof entdeckt, den ich so noch nie gesehen habe. Ein Soldatenfriedhof war es glaube ich nicht, da die Todeszeitpunkte nicht passten. Erstaunt haben mich auch die zum Teil sehr schmuckvollen, manchmal auch kitschigen Häuser.

Eine Sehenswürdigkeit hat Co Loa allerdings schon, eine sehr schöne und ungewöhnliche Pagode. Die habe ich mir in Ruhe angeschaut. Dann wusste ich aber nicht so recht, was ich da noch soll. Ich fing an, mein Hanoi zu vermissen und war gespannt, ob es hier auch Grabfahrer gibt. Es hat etwas länger gedauert, aber geklappt. Ein interessanter Ausflug. Nordvietnam ist also nicht überall so wuselig und laut.

Kleine Bemerkung am Rande. Die öffentlichen Toiletten, die es in der Nähe von Pagoden aber auch in Markthallen gibt, sind manchmal wirklich öffentlich. Sie sind einfach, aber überwiegend sauber.

Literaturtempel und Zitadelle

Natürlich besuche ich auch alle touristischen Highlights. Einige kommen in meinem Blog bereits vor. Da die zwei folgenden in jedem Reiseführer und auf allen Internetseiten detailliert beschrieben sind, belasse ich es bei einer kurzen Zusammenfassung.

Der Literaturtempel ist gar kein Tempel. 1070 erbaut stellt die Anlage bis heute das Hauptheiligtum Vietnams dar. Es war die erste Akademie des Landes, in der zwischen 1076 und 1915 die Söhne der Mandarine und Hochbegabte der bürgerlichen Aristokratie unterrichtet wurden. Der Tempel besteht aus 5 Toren und 5 Innenhöfen. Unterrichtet wurde nach konfuzianischen Vorbildern.

Wer mehr wissen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Literaturtempel_(Hanoi)

Die Zitadelle Thang Long ist das älteste Bauwerk der Stadt. Sie war der Sitz mehrerer vietnamesischer Kaiser-Dynastien, unter denen Thăng Long (der alte Name von Hanoi) zwischen 1010 und 1802 mit verschiedenen Namen Hauptstadt war. Im Jahr 2001 wurden 18 Teile des historischen Geländes wiederentdeckt. Seit 2002 werden archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Der Zentralbereich der wurde 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Wer mehr wissen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Zitadelle_Th%C4%83ng_Long