Tiere

Wenn es nach der Anzahl geht, müssten wohl Kakerlaken und Ratten die Symboltiere von Vietnam sein. Ich habe trotz dieser Kenntnisse bislang nur ein paar tote Ratten gesehen und keine Kakerlaken. Gibt es vielleicht mehr im Old Quarter, wo die Märkte sind? Zur Ratte haben die Vietnamesen ein wesentlich entspannteres Verhältnis als wir, sie gilt als kreativ, charmant und intelligent und gehört zu den Tierkreiszeichen.

Ein bisschen Vogelgezwitscher gibt es manchmal, aber in Kriftel ist mehr los. Vögel in Käfigen sehe ich öfter. Sie werden zu bestimmten Anlässen freigelassen, weil das Glück bringen soll und gelten als kulinarische Spezialität.

Die einzige Katze, die ich hier kenne, heißt Spoty und lebt beim Nachbarn. Katzen gibt es wesentlich seltener als Hunde. Am See schwirrten abends Fledermäusen, als ich Felix bei einem Freund abholte. Die sind ganz schön schnell. Im Tümpel auf der anderen Straßenseite gibt es Frösche. Die sind nicht sehr groß, machen aber nachts einen Höllenlärm. Jedenfalls bin ich von dem Gequacke schon manchmal wach geworden.

Seit es draussen so heiss geworden ist, zirpen abends die Grillen. In meinem Bad hatte ich einmal einen kleinen Gecko an der Decke, ansonsten ist mein Zimmer tierfrei. Was auch gut ist, denn Fliegen und Mücken sind sehr verbreitet. Letzten Mittwoch war ich an Felix Schule von Fliegen umgeben und fühlte mich wie im afrikanischen Busch. Sehr lästig! Egal, ob ich mich einsprühe oder nicht, ich werde immer irgendwo gestochen, sobald ich unterwegs bin. Die Stiche sind winzig und jucken tagelang. Die Mücken sind hier sehr schlau.

Im Westlake wird fleissig gefischt, ich würde aber niemals wissentlich einen Fisch von dort essen. Der See macht keinen sauberen Eindruck und es gab auch schon Probleme, weil da alles mögliche reingeleitet wird. Darüber hatte ich schon mal berichtet bei Rund um den Westlake.

Hühner laufen überall herum. Vorgestern habe ich unfreiwillig eine Schlachtung gesehen. Das ist eine sehr robuste Angelegenheit. Anschließend werden die gefiederten Tiere durch einen Trichter gedreht, um sie auszubluten. Dann werden die Federn abgezupft und schon liegen die Hühner zum Verkauf auf dem Holztisch. Ästhetischer ist es bei uns ganz sicher auch nicht, nur weniger öffentlich und maschinell. Hier findet das eben am Straßenrand statt und die Oma hilft mit. Ausserdem werden hier alle Teile des Tieres weiterverwertet.

Der Wasserbüffel ist das Symboltier der Landbevölkerung, in Hanoi gibt es keine. Die folgenden Fotos habe ich von Anna und Rainer, die bei ihren Touren nicht nur dem Wasserbüffel begegnet sind. Ich habe bei meinem 5tägigen Ausflug auch einige gesehen, war aber nicht schnell genug mit dem Fotoapparat.

In Hanoi gibt es auch einen Zoo, der ist aber keinen Besuch wert. Das Beste ist noch der See, an dem er liegt. Die Tiere sind in einem erbarmungswürdigen Zustand und die Käfige sind zu klein und teilweise schmutzig. Der meiste Platz wird für Fahrgeschäfte und andere Attraktionen für Kinder verwendet. Angeblich ist die Sensation ein rauchender Affe, der von den Besuchern mit Zigaretten „gefüttert“ wird. War aber bei meinem Besuch nicht so, GottseiDank. Ich wollte da nicht viel fotografieren.