Warum heissen so viele Nguyen?

Anders als in Deutschland gibt es in ganz Vietnam nur etwa 300 verschiedene Nachnamen. Mit knapp 40 Prozent macht der Familienname Nguyen (das g wird nicht ausgesprochen) diesbezüglich den Löwenanteil aus. Die Träger des Namens sind aber meist nicht miteinander verwandt. Es ist gebräuchlich, familienspezifische Beinamen an den Namen Nguyen anzuhängen, so dass verschiedene Nguyen-Familien unterschieden werden können. Da der Familienname vor den Vornamen gesetzt wird, ist diese Beifügung ein wichtiges Element, um Konfusionen vorzubeugen.

Der Grund für die Verbreitung des Namens ist hauptsächlich in der bewegten Geschichte Vietnams zu suchen. Bereits 1232 wurden die Mitglieder einer besiegten Dynastie gezwungen, den Namen Nguyen anzunehmen, damit man sie besser erkennen und demütigen konnte. Aber wie es so ist, der Sieger wurde später selber besiegt und weil jetzt Racheakte befürchtet wurden, nahmen sie auch den Namen Nguyen an, um unerkannt zu bleiben. In den folgenden Jahrhunderten sicherte sich der Nguyen Clan eine Machtstellung im südlichen Vietnam. Während der Nguyen Dynastie wurde der Familienname Nguyen als Zeichen der Wertschätzung an zahlreiche Personen und Familien verliehen. Diese Praxis übernahmen jedoch auch Kriminelle, die sich durch die Annahme des Namens erhofften, der Justiz zu entgehen. Sie trugen auch zur heutigen Verbreitung des Namens bei.

Durch die häufige Verwendung des Nachnamens ist er auch außerhalb Vietnams in zahlreichen Ländern vorzufinden, in welche Vietnamesen immigriert sind. Tatsächlich ist der Name Nguyen in Australien der 7. häufigste Familiennamen. In Melbourne findet man sogar nur den Namen Smith häufiger als den Namen Nguyen. Doch auch in Europa gibt es Länder, in denen der Name vergleichsweise häufig vorkommt.

Feiertage

Die Vietnamesen hatten mal die wenigsten Feiertage weltweit. Das wurde 2007 geändert, als man sich wieder an die Hung-Könige erinnerte. Ansonsten ist es mit den Feiertagen wie bei uns. Es gibt einige, an denen ist schul- und arbeitsfrei und an den anderen verdient die Blumen-, Süssigkeiten- oder Verkleidungsindustrie.

Neben Tet (chinesisches Neujahrsfest, dauert fast 1 Woche) und dem Fest der Hung-Könige, die sich am Mondkalender orientieren, kennt man noch drei weitere Feiertage, darunter das westliche Neujahrsfest am 1. Januar. Der Tag der Hung-Könige fiel in diesem Jahr auf den 14. April. Dies war ein Sonntag und deshalb war am Montag schul- und arbeitsfrei. Die meisten Geschäfte in der Stadt hatten trotzdem geöffnet.

Das Fest der Wiedervereinigung Vietnams am 30. April wird mit dem darauffolgenden Tag der Arbeit am 1. Mai zu einem doppelten Feiertag kombiniert. An beiden Tagen finden häufig Paraden, Volksfeste und kulturelle Veranstaltungen statt. Montag, der 29. April, wird in diesem Jahr oft als Brückentag frei genommen, weil dadurch ein sehr langes Wochenende entsteht. Viele nutzen das für einen Kurzurlaub, wir auch. Ich fliege mit der Familie nach Hoi An.

Letzter und nach Tet wichtigster Feiertag in Vietnam ist der Nationalfeiertag am 2. September. Dieser geht auf den 2. September 1945 zurück, als Ho Chi Minh die Unabhängigkeit der Republik Vietnam von der französischen Kolonialmacht erklärte.

Es gibt noch 9 weitere Festage pro Jahr und dazu zählen u.a. der Valentinstag, der Tag der vietnamesichen Frauen, Halloween und Weihnachten. An diesen Festtagen ist Schule und alle Geschäfte sind offen.

Die christlichen Feiertage sind in Vietnam nicht bekannt, obwohl Weihnachten mit jedem erdenklichen Kitsch gefeiert wird. Haben die Vietnamesen einfach übernommen, weil es so schön ist. Aber Ostern kommt in Hanoi nicht vor.