Das Schönste zum Schluss – Hoi An

Ich habe mit meiner family 5 Tage Urlaub in Hoi An gemacht. Was für ein Glück! Leider konnte ich dort nicht bloggen, weil der lokale Internetprovider meine IP-Adresse geblockt hat. Wusste garnicht, dass sowas geht. Dafür gibt es jetzt den ganzen Urlaub auf einmal.

Am Freitag sind wir 1 Stunde nach Da Nang geflogen, einer Stadt, deren Namen mir nur aus dem Vietnamkrieg geläufig war. Es ist die viertgrößte Stadt Vietnams mit 1 Mio. Einwohnern. Von da ging es nochmal 40 Minuten weiter nach Hoi An, einem wunderschönen Küstenstädtchen in Zentralvietnam. Hier ist die einzige Altstadt, die im Vietnamkrieg unversehrt blieb. Sie wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, weil ihre Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse zeigen. Soweit der intellektuelle Teil.

Die Luft war besser und der Himmel meist blau. Wir haben schnell ausgepackt, uns umgezogen und sind gleich mal ans Meer gelaufen. Der Strand ist um die Ecke. Er ist schmal, aber nett und überall gibt es Strandbars und Restaurants. Das Wasser ist warm, aber nicht zu warm, so dass man wunderbar baden kann, ohne zu frieren. Wir sind an zwei verschiedenen Strandstellen gewesen und eine war schöner als die andere, weil die Strandbars und -restaurants etwas oberhalb liegen und man von dort einen tollen Blick auf das Meer hat. Man darf sich den ganzen Tag in den Restaurants aufhalten und kann auf dicken Kissen relaxen. Ausserdem ist das Essen phantastisch. Aus diesem Grund waren wir auch an den meisten Abenden zum Essen am Strand.

Am Nachmittag passiert etwas Unglaubliches. Gegen 16 Uhr wird die erste Reihe der Liegestühle weggeräumt und der bis dahin ruhige Strand verwandelt sich in ein Inferno. Verkäufer stellen Tische mit Essen auf und Matten werden am Strand ausgelegt. Jetzt kommen die einheimischen Vietnamesen, um zu baden. Sie sitzen auf den Matten, palavern, grillen und essen. Sie schwimmen mit dicken Reifen oder ohne, aber es sind so viele, dass mir schwindelig wurde. Die meisten Vietnamesen gehen erst ins Wasser, wenn die Sonne langsam untergeht, weil sie nicht braun werden wollen. Ich finde übrigens immer noch irritierend, dass es hier um 18.30 Uhr dunkel wird. Das bringt meine Zeiteinschätzung immer wieder völlig durcheinander.

Anna und ich haben vormittags einen Bummel durch die Altstadt von Hoi An gemacht. Shopping und Schauen. Das ist ja so hübsch hier, kein Vergleich mit Hanoi. Viele Straßen sind gesperrt und man kann richtig schön laufen und in den Geschäften schauen. Ausser den wunderschönen alten Häusern fallen die vielen Lampions auf. Wir haben am zweiten Tag einen Abendspaziergang gemacht und die ganze Stadt war mit Lampions erleuchtet. Das sieht wunderschön aus. Am Abend ist es allerdings so voll wie auf einem Rummelplatz und weniger idyllisch. Lag sicher auch daran, dass 2 Feiertage hintereinander waren und viele für eine Kurzurlaub ans Meer gefahren sind.

Die Schneider von Hoi An sind bekannt und ein maßgeschneidertes Kleid wollte ich mir machen lassen. Also sind wir in eine Schneiderei, die Anna kennt. Da war vielleicht was los. Bücherstapel mit Anregungen und viele Touristen aller Altersgruppen. So ein Geschäft habe ich vorher noch nie gesehen. Ich hatte mir bereits vorher ein Kleid im Internet rausgesucht und musste nur meinen Vorschlag abgeben. Die Verkäuferin hat mich bei der Stoffauswahl beraten. Dann wurde ich vermessen und von allen Seiten fotografiert. Es ist natürlich nicht so preiswert, aber dafür auch was Besonderes. Am nächsten Tag ging es zur ersten Anprobe, es wird hier und da noch nachgebessert, ich durfte mir Knöpfe aussuchen und Wünsche äussern. Es ist trotz alledem nicht so einfach für mich, mir einen Schnitt mit einem Stoff als Kleid an mir vorzustellen. Nach der ersten Anprobe war ich noch etwas misstrauisch, aber als das Kleid dann am übernächsten Tag fertig war, hat es mir gut gefallen.


Wenn Hoi An nicht so weit weg wäre, würde ich hier auf jeden Fall nochmal hinfahren.