Was kann ich auf vietnamesisch sagen. Das wichtigste ist die eigene Adresse: bai moi som schua (mit dem Versuch der richtigen Betonung). Jeden Morgen grüßen Lea und ich auf dem Weg zum Kindergarten die junge Bauarbeiterin und den Fahrradreparierer mit einem freundlichen Sim Tschao (geschrieben: Xin chào) und Danke kann ich auch sagen: Kam on (Cám ơn). Ausserdem weiss ich, dass nữ über der Frauentoilette steht, im Gegensatz zu nam.

Bereits im 17. Jahrhundert schufen portugiesische Missionare eine Schrift, deren Grundlage das lateinische Alphabet war. Dies sollte in erster Linie der Verbreitung des Christentums dienen. Erst 1945 wurde die heutige Schrift offiziell zur vietnamesischen Schrift erklärt. Ihr liegen die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets zugrunde, wobei die Buchstaben f, j, w und z nur in Fremdwörtern und in fremden Eigennamen vorkommen. Die Vietnamesen haben die lateinische Schrift mit Punkten, Wellen und Linien so erweitert, dass es zu ihrer Sprache passt.

Die Aussprache ist die hohe Kunst der vietnamesischen Sprache. Es gibt nur einsilbige Worte und für die meisten Worte sechs verschiedene Tonhöhen bzw. Tongesänge. Das ist für uns unglaublich schwer. Oben die sechs Töne der vietnamesischen Sprache am Beispiel des Wortes ma. Es bedeutet hier von links nach rechts: Gespenst-Mutter-aber-Reissetzling-Grab-Pferd.
Wenn man sich die deutsche Sprache in der vietnamesischen Variante vorstellt, dann Hät Ten Al Le Wor Te Nur Ei Ne Sil Be. Da müssten wir uns auch was einfallen lassen, weil viele Silben wie z.B. NE oft vorkommen. Auf der anderen Seite haben wir auch Tonhöhen, wir gehen am Satzende bei einer Frage mit der Stimme nach oben und bei einem Punkt nach unten. Für einen Vietnamesen ist der Unterschied zwischen Wort-Wirt oder ganz-Gans auch schwer zu lernen.