Ich habe in Hanoi inzwischen schon 3 Wasserpuppentheater (von aussen) gesehen.
Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam. Wahrscheinlich war es schon im 11. Jahrhundert ein fester Bestandteil im kulturellen Leben des Landes, besonders in den überfluteten Reisfeldern. Die Zuschauer werden musikalisch von einem kleinen Orchester mit Sängern begrüßt, das die ganze Aufführung begleitet. Außerdem leihen die Orchestermitglieder den Puppen ihre Stimmen. Das Orchester sitzt neben der Bühne, die aus einem Wasserbecken besteht. In dem Becken stehen hinter einem Vorhang aus geflochtenem Bambus die Akteure, die die auf 3 bis 4 m langen Stangen montierten Wasserpuppen bewegen. Dargestellt werden Szenen wie etwa Fischfang und feuerspeienden Drachen.
Heute waren wir bei unserem Sonntagsausflug im ethnologischen Museum. Auch da gibt es ein Wasserpuppentheater. Hier ein paar filmische Eindrücke dieser besonderen Theaterart. Ich spiele ja auch in einer Theatergruppe, bin aber froh, dass ich dabei nicht ständig im Nassen stehen muss.
Das ganze ist eine recht laute, gewöhnungsbedürftige Angelegenheit. Leider versteht man auch die erzählten Geschichten nicht wirklich. Aber nett ist es trotzdem.
Ich weiß garnicht, ob es sowas hier überhaupt gibt.
Zu meinem Erstaunen ist die Elektrizität im Haus sehr stabil, es gab (bislang) keine Stromausfälle. Die Spannung entspricht unserer, so dass ich alle meine Geräte problemlos und einfach in die Steckdose stecken kann. Ist aber wohl in Vietnam nicht überall identisch.
Sehr praktisch, weil man immer weiß, welcher Schalter an ist.
Bis gestern hätte ich auch gesagt, dass das Internet einwandfrei funktioniert. Gestern abend wollte ich zum ersten Mal, seit ich hier bin, einen Film in der ARD Mediathek schauen, aber nach 20 Minuten war Uwe Ochsenknecht nur noch ein Standbild. Leichte Schwankungen hatte ich auch vorher schon, aber gestern war dann Schluss. Jedes Café/Restaurant und viele öffentliche Plätze haben kostenloses WiFi (= WLAN). Das ist hier viel verbreiter als bei uns.
Vietnam ist im Informationszeitalter angekommen. Jeder hat hier ein Smartphone und benutzt es auch ausdauernd. Man muss sich mal vorstellen, dass erst Ende der 1990er Jahre das Festnetz in Vietnam installiert wurde. Da kam dann auch schon das Handy und das Festnetz wurde quasi über Nacht überflüssig und wird heute kaum genutzt. Das Telefonverhalten ist anders als bei uns. Wenn es klingelt, geht man ran, egal, ob man gerade eine Prüfung abnimmt, in einer Konferenz sitzt oder in der Oper. Alles andere gilt als unhöflich. Die Hand wird aber schon vor den Mund gehalten oder man beugt sich zur Seite oder unter den Tisch. Das alle ständig telefonieren ist mir schon aufgefallen, eigenwillige Verhaltsweisen aber noch nicht.
Maniküre und Pediküre mache ich in Deutschland nie, aber bei meinen Auslandsreisen kriege ich Lust auf Verwöhnprogramme. Hanoi ist voll von Beauty- und Anti-Aging-Salons aller Art. Da es auch sehr schlechte gibt, ist es für mich natürlich toll, auf die Erfahrung von Anna zurückgreifen zu können. Die Geschäfte sind oft winzig und optimal genutzt, so auch der Salon mit ca. 8 Sesseln. Es ist immer hilfreich, wenn wenigstens eine Person etwas englisch spricht, wer weiß, was sonst mit meinen Füßen angestellt wird. Meine Füße werden massiert, eingeweicht, poliert und mit Nagellack versehen. Sieht doch gut aus! Danach kommen die Hände dran, aber ohne Lack.
Happy feet
Trinkgeld gibt man in Hanoi übrigens nicht oder selten. Das gilt für fast alle Bereiche und macht natürlich das Leben erst einmal einfacher, weil man nicht nachdenken muss, wieviel jetzt angemessen wäre. In den touristischen Zonen ist diese Regel schon durchlöchert worden. In Hotels lässt man wohl auch immer was da für die Zimmermädchen. Letztendlich muss man auf sein Gefühl vertrauen, damit man auch niemanden beleidigt, wenn man Trinkgeld gibt (kann auch passieren).
Es wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, dass in Hanoi jede ausländische Familie mindestens eine Vollzeit-Hausangestellte beschäftigt. Ganz oft auch noch einen Fahrer. Sobald man hier lebt, sieht man die Sache etwas gelassener. Die Hausangestellten gehören einfach dazu und sie erleichtern das Leben natürlich ungemein. Ich nehme auch an, dass sie mehr verdienen als die meisten Frauen, die hier auf den Baustellen oder mit Straßenverkäufen sehr schwere Arbeiten verrichten.
Auch vietnamesischen Mittelstandsfamilien beschäftigen Hausangestellte. Im Unterschied zu den Frauen bei den Ausländern, leben sie dauerhaft bei der Familie und schlafen oft bei der Oma mit im Zimmer. Neben dem Haushalt und den Kindern kümmern sie sich auch um die (kranken oder gebrechlichen) Großeltern. Sie kommen i.a. vom Land und sehen ihre eigenen Familien nur 1 Mal im Jahr zum Tetfest. Nicht alle kommen zurück. Manche heiraten oder entscheiden sich für ihre eigene Familie. Das Tetfest ist für die Familien in Hanoi immer eine kritische Zeit.
My und Sung
In den ausländischen Familien kommen die Hausangestellten nur tagsüber während der Woche. My kommt Montag bis Freitag von 10-18 Uhr, bleibt aber bei Bedarf auch mal länger. Sung kommt Montag und Donnerstag zum Bügeln. My kümmert sich um die gesamte Wohnung, räumt auf, wäscht die Wäsche, kauft ein bzw. bestellt (hier wird alles gebracht). Sie holt Lea vom Kindergarten ab und kocht für uns alle jeden Abend. Das macht sie richtig gerne. My spricht gut englisch und Sung ein wenig. So ist My auch manchmal die Übersetzerin, wenn es drauf ankommt. Gestern hat sie mir ein Taxi bestellt, weil kein Grabfahrer zu kriegen war.
Am Nachmittag findet hier (oder bestimmt auch in anderen Häusern) oft ein Nannytreffen mit Kleinkindern statt. Das ist ein fröhliches Geschnatter und die Kinder spielen miteinander, während die Nannys plaudern. Vietnamesen lieben Kinder und es kann passieren, dass Lea ungefragt im Gesicht getätschelt wird, wenn ich mit ihr unterwegs bin. Lea versteht als einzige in der Familie etwas vietnamesisch, sie antwortet aber englisch, wenn sie von My etwas gefragt wird.
Einen Fahrer hat meine family nicht, aber manche Familien beschäftigen einen. Ein Auto ist in Hanoi überflüssig, da es nirgends Parkplätze gibt und der Personentransport – ob Bus oder Taxi – extrem preiswert ist. Fahrer und Hausmädchen werden arbeitslos, wenn die Familie wieder in ihr Land zurückkehrt. Es gibt inzwischen Agenturen, die englischsprechende Haushaltshilfen vermitteln oder man hat eine Empfehlung.
Die preiswerteste Variante, an Essen zu kommen, ist die Suppenküche. Da muss man sich aber trauen, weil die Köche selten Englisch sprechen und die Zutaten Überraschungen bergen können. Ich bin bei meinem ersten Besuch im Old Quarter in die Gasse der Metzger (oder der verderblichen Lebensmittel) geraten und da war ich doch erstaunt, wie hier das Frischfleisch (?) dargeboten wird. Hatte ich schon erwähnt, dass sehr viele Gassen nach „Zünften“ sortiert sind. Ich war auch schon in der Gasse der Vorhängeschlösser (ein paar andere Metallsachen gab es da auch noch). Da verkaufen dann tatsächlich 20 kleine Läden hintereinander alle dasselbe. Eine Straße der Berufskleidung gibt es auch. Aber ich schweife ab.
Die Suppenküchen bieten selten mehr als 3 verschiedene Suppen an, oft auch nur eine. Dafür ist es sehr preiswert und man kann bei der Zubereitung zuschauen. Alle Hanoier scheinen sich überwiegend so zu ernähren. Die Suppe Pho gibt es in diversen Varianten und sie wird zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gegessen. Pho ist das bekannteste Gericht Vietnams, es ist eine leichte, gesunde und schmackhafte Mahlzeit, die im Prinzip dem modernen Ernährungstrend entgegenkommt.
Viele Suppenküchen sehen ziemlich dreckig aus, da wollte ich nichts essen. Die meisten haben die Größe einer Garage, wie übrigens ganz viele Geschäfte. Vor der Tür sitzen immer Menschen auf kleinen Stühlen. Hat der Stuhl eine Rückenlehne, ist man sicher in der Touristenzone :-). Meine Pho hat gut geschmeckt, wobei ich es gerne etwas würziger hätte als hier üblich. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Diese Stühle gibt es zu Millionen
Meine erste Erfahrung mit einer Suppenküche, die einigermaßen aussah
Touristenvariante
Die Pho kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Norden Vietnams auf. Die französichen Kolonialisten brachten Rezepte mit, deren Hauptzutat Rindfleisch war, das bis dahin selten gegessen wurde. Also wurden Rinder gezüchtet, geschlachtet und die besten Stücke verspeist. Übrig blieben jede Menge Knochen, Sehnen und zähes Fleisch. Die vietnamesischen Köche waren es gewohnt, ein Tier komplett zu verwerten. Sie kochten aus den Resten eine kräftige Brühe. Darin wurden die Fleischreste gegart und fertig war der Vorläufer der Pho.
Das Wichtigste zuerst: ich habe mit dem vietnamesischen Essen keine Probleme. Die Umstellung war nicht spürbar, mein Körper hat sich nichts anmerken lassen. Allerdings war ich auch heute zum ersten Mal in der Altstadt in einer der typischen Suppenküchen, die es hier am laufenden Band gibt. Mal sehen, wie es mir morgen geht :-).
Während der Woche esse ich abends mit der Familie zu Hause. My (wird Mi ausgesprochen) kocht. Es sind andere Kombinationen als ich sie kenne, aber sie sind leicht und bekömmlich. Heute gab es z.B. einen Nudelauflauf mit Lachs und Spinat. Fleisch gibt es nur selten und wenn, dann separat, weil Anna Vegetarierin ist. Freitags gibt es immer Pho (gesprochen fe mit kurzem e), die typische Nudelsuppe. Die Vietnamesen kochen eher gewürzarm, es ist überhaupt nicht scharf und unterscheidet sich ganz extrem von der thailändischen Küche, die bei uns so verbreitet ist. Schmeckt manchmal eher lasch.
Mittags habe ich mehrere Varianten zur Auswahl, da bin ich alleine unterwegs. Meine Lieblingsmöglichkeit ist 3Sisters bei mir um die Ecke. Die 3 Schwestern kochen jeden Tag Pho, Reis, frische Gemüse, Fisch und Fleisch und ich kann mir mein Essen nach Belieben zusammenstellen. Es ist eine Mischung zwischen Restaurant und Suppenküche mit normalen Stühlen. Das Essen mit Stäbchen geht gut, anders bekommt man die Nudeln auch nicht aus der Suppe, vom Löffel würden sie nur runterrutschen. Dazu trinke ich immer einen frisch gespressten Saft aus Mango, Ananas oder anderen Früchten. Die schmecken überirdisch.
3Sisters – OpenAir
Variante 2 ist ein richtiges Restaurant, wobei ich auch nicht weiß, wie da die Küche aussieht. In Thai Ho, aber auch im Old Quarter, gibt es sehr viele internationale Restaurants jeder Nationalität. Deutsche sind natürlich auch dabei mit Schnitzel und Sauerkraut. Das findet Felix ganz toll. Wir waren da aber noch nicht. Ich habe bislang nur in vietnamesischen Restaurants gegessen.
Vietnamesisch/mexikanische Zusammenstellung
In teureren Restaurants gibt es Hummer und andere bemitleidenswerte Fische direkt aus dem Aquarium.
Eine spezielle Hummersorte
Die Fische machen keinen „glücklichen“ Eindruck
Variante 3 ist eine Tüte Chips 🙂 oder geschältes Obst von einer Straßenverkäuferin.
Das sind Kokosnüsse (Danke, Tracey!!)
Ich bewundere diese Art des Hockens, die hier von allen praktiziert wird.
Fürs Fotografieren bekommen sie von mir 5.000 Dong. Dollar soll man nicht geben.
Die am meisten genutzte Variante – die Suppenküche – verdient einen extra Blog.
Es gibt ein System, man muss es nur verstehen. Nehmen wir an, du willst jemanden besuchen, der unter der oben angegebenen Adresse wohnt und du hast kein Google Maps. Nutzt vielleicht auch nichts.
Du fährst also los und findest tatsächlich die Dang Thai Mai (ist eine Straße hier um die Ecke). Dann musst du in den 12. Weg einbiegen oder schauen, ob irgendwo Ngo 12 steht. Anschließend geht es von dort in die 2. Gasse ab und davon dann nochmal in die 5. Gasse. Ist immer noch die Dang Thai Mai, aber eben schon um ein paar Ecken. Ich dachte auch schon mal, ich wäre am Ziel und fühlte mich dann etwas später wie in einem Irrgarten.
Es gibt hier im wesentlichen Straßen (dang oder pho) oder Wege (ngo oder hem). Die Nebenstraßen heißen oft wie die Hauptstraßen (siehe oben). Es gibt Straßen, die nach einer Kreuzung schräg gegenüber weitergehen und manche Gassen sehen aus wie Hauseinfahrten. Manchmal gibt es auch eine Hausnummer doppelt.
Das beste ist, dass bei fast jeder Hausnummer die Straße dabeisteht. So weiß ich dann doch, dass ich irgendwie in der Nähe bin. Hier in Tay Ho habe ich inzwischen eine recht gute Orientierung. Wobei es auch Überraschungen gibt. Felix hat mich vorgestern auf der Fahrt mit dem Fahrrad mitten durch ein Restaurant geführt und dann einen Schleichweg am Tümpel entlang nach Hause. War aber ne echte Abkürzung.
In der nächsten Woche kommt Donald Trump, um sich in Hanoi mit Kim Jong Un zu treffen. Die Stadt ist vorbereitet und nennt sich nun City for peace.
In der Stadt hängen speziell im Regierungs- und Botschaftenviertel vermehrt amerikanische und nordkoreanische Flaggen neben der vietnamesischen.
Im übrigen sieht man auch sonst überall die vietnamesische Flagge wehen. Es gibt sie seit 1940 und das rot steht für die kommunistische Bewegung, die fünf Zacken des Sterns für die fünf Hauptklassen in der vietnamesischen Gesellschaft – Intellektuelle, Bauern, Proletariat, Kleinbürger und Militärs.
Daneben gibt es des öfteren eine 6farbige Fahne. Entweder ist sie gestreift oder an den Pagoden in einer quadratischen Anordnung. Laut Auskunft eines Reiseführers ist dies die ursprüngliche alte Flagge aus dem Kaiserreich Vietnam, die die 6 Elemente darstellt, die auch bei den Tierkreiszeichen eine Rolle spielen. Wir haben ihn darauf aufmerksam gemacht, dass manchmal nur 5 Farben vorkommen oder manchmal eine Farbe doppelt ist. Er meinte nur, die Näherinnen hätten heutzutage einfach keine Ahnung mehr.
An einem Wochentag stehe ich um 6.30 Uhr auf, mache mich fertig und gehe dann nach unten, um das Frühstück vorzubereiten. Als erstes wird der gute vietnamesische Kaffee in einer französischen „Drückerkanne“ zubereitet. Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffee-Exporteur der Welt, entsprechend viele Sorten gibt es hier. Ich mache die Milch für die Kinder warm und räume den Tisch hin. Manchmal gibt es Brot mit Marmelade, manchmal Müsli.
Die Familie (Rainer, Anna, Felix und Lea) kommen so 15 Minuten nach mir. Sie frühstücken, ich mache Schulbrot oder Apfelschnitze für Felix (7 Jahre) und creme ihn mit Sonnencreme ein, bevor ich ihn zum Schulbus bringe. Der hält quasi direkt vor der Tür. 20 Minuten später wird Lea (2,5 Jahre) eingecremt und dann laufen wir mit dem Buggy in den Kindergarten. Er ist ca. 20 Minuten entfernt. Lea ist eine supersüße Maus in der Trotzphase.
Das V-Zeichen hat sie sich bei den Vietnamesen abgeschaut.
Das V-Zeichen hat nichts mit unserem Sieg- oder Friedenszeichen zu tun. Viele Vietnamesen machen es auf Fotos. Die Meinungen darüber, was es bedeutet, gehen auseinander. Am wahrscheinlichsten ist, dass es ein Import aus Japan ist und Mir geht es gut bedeutet.
Wenn ich zurückkomme, sind Anna und Rainer meistens schon weg. Dann trinke ich in Ruhe meinen Kaffee, esse was und lese die Viet Nam News.
Danach kann ich machen was ich will. Ich blogge, lese, fotografiere und bin jeden Tag unterwegs. Um 10 Uhr kommt My, die Nanny der Familie, die sich um den gesamten Haushalt kümmert und Lea nachmittags aus dem Kindergarten abholt. Ich bin immer zurück, wenn Felix (meistens um 16 Uhr) aus der Schule kommt. Er gibt dann vor, wie der weitere Nachmittag verläuft. Manchmal bringe ich ihn zu einem Freund, manchmal machen wir was zusammen, z.B. Monopoly spielen, die Hanoi-Version.
Donnerstags geht er im Moment noch zum Tennis, wir fahren beide mit dem Fahrrad hin. Mittwochs fahre ich um 14 Uhr zu ihm in die Schule und wir lesen und spielen dort in der Bibliothek, bis um 17 Uhr sein Fussballtraining beginnt. Ich bleibe bis 18.30 Uhr dabei und fahre dann mit dem Taxi mit ihm heim. Felix könnte jeden Tag von morgens bis abends kicken. Er hat eine Fußballerseele. Freitags müssen wir hin und wieder zum Zahnarzt fahren, weil die Zahnspange nachgestellt werden muss. Felix ist mein Schützling und ein sehr intelligentes und umgängliches Kind. Lea und Felix gehen sehr unbefangen und vertrauensvoll mit mir um. Das ging ganz schnell. Ich mag beide sehr gerne und freue mich, dass es so einfach ist.
My kocht während der Woche für uns. So gegen 18.30 Uhr essen wir alle zusammen und verplaudern die Zeit. Spätestens um 20 Uhr räume ich ab und die Küche auf. Rainer und Anna bringen die Kinder ins Bett. Wenn sie eine Abendverabredung haben, mache ich das auch mal. Ich bin abends in meinem Zimmer und blogge meistens. Die Fotos müssen sortiert und Informationen recherchiert werden. Bislang bin ich noch nicht dazu gekommen, Nachrichten zu schauen oder einen Film. Spätestens um 23 Uhr bin ich müde.
Am Samstag bringe ich Felix um 8 Uhr zu seinem zweiten Fussballtraining. Entweder nehme ich ihn danach wieder mit nach Hause oder er geht direkt zu einem Freund. Der restliche Tag ist ganz flexibel, je nach Wetterlage und was so an Verabredungen anliegt. Heute nachmittag habe ich z.B. mit Felix in seinem Zimmer mit einem Softball Kopfballtraining und Fallrückzieher trainiert. Also er, nicht ich! Wir haben das Deutschbuch für die Schule gelesen, das ist neben den Englisch-Leseeinheiten auch noch eine meiner Aufgaben. Mehr Hausaufgaben gibt es aber nicht. Heute abend haben wir Pizza bestellt und dann alle zusammen einen gemütlichen Film-Abend mit dem Animationsfilm Sing verbracht.
Sonntags schlafe ich aus und stelle keinen Wecker!!
Ich lasse für heute 3 kleine Filme für sich sprechen. Man möge mir meine Unprofessionalität verzeihen. Wenn der Film endet, bin ich nicht überfahren worden, sondern suche nur den Knopf zum Ausschalten. Filme lassen sich auch nicht größer darstellen.
Zentraler Platz oder Kreisel oder alles auf einmal
Nun bin ich schon fast 2 Wochen hier, höchste Zeit also, um ins Old Quarter zu kommen. Dieses Viertel sehen alle Touristen, wenn sie nach Hanoi kommen. Heute habe ich mich einfach nur durch die Straßen treiben lassen, das nächste Mal gehe ich gezielt zu den Sehenswürdigkeiten. Das Viertel ist bunt, laut, eng und bei allem Tourismus trotzdem sehr authentisch. Mir hat es gefallen, es ist ganz anders als Tay Ho, noch viel wuseliger. Es gibt hier mehr Geschäfte und hier bekommt man auch Klamotten. Ich habe mir 2 einfache Sommerkleider und eine leichte Sommerhose gekauft. Ich habe gehandelt, wie man das ja hier machen soll. Alles zusammen hat dann 10 Euro gekostet, es ist aber auch wirklich nichts besonderes, sondern einfach nur leicht und hitzetauglich. Heute sind zwar im Gegensatz zu gestern (30 Grad) nur 18 Grad, aber der Sommer kommt erst noch.
Viele Gassen sind nach Geschäftstyp sortiert, in einer Straße gibt es nur Süßigkeiten, in der anderen nur Fleisch, in einer dritten nur Souvenirs. Ganz sicher ist das nicht der letzte Bericht über dieses Viertel.